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Kontakt
Christine Hoenmanns
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0234 / 33 33 55 23
Fax: 0234 / 33 33 54 37
E-Mail: christine.hoenmanns@schauspielhausbochum.de

Schauspielhaus Bochum
Königsallee 15
44789 Bochum
11.09.2017

Pressebrief Oktober 2017

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu unseren nächsten Premieren am Schauspielhaus Bochum und zur Wiedereröffnung der Eve Bar am 6. Oktober laden wir Sie herzlich ein.

Mit Torben Kuhlmanns vielfach ausgezeichnetem Bilderbuch „Lindbergh – Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus“ widmen sich Martina von Boxen und ihr Team in ihrer ersten Produktion der neuen Spielzeit einem besonderen literarischen Genre. Aus der Perspektive einer Maus, deren Lebenssituation durch die Erfindung der Mausefalle bedroht wird und ihre Angehörigen bereits vertrieben hat, zeichnet der Autor die Auswanderergeschichte zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach. Keineswegs nur als Metapher bilden die gefährliche Atlantiküberquerung und der damit verbundene Wunsch, in einem anderen Land ein besseres und sicheres Leben zu führen, den Ausgangspunkt für die Reise dieser erfindungsreichen Maus. In der Verquickung von Objekttheater und Soundscapes lassen Maria Trautmann, Manuel Loos und Michael Habelitz die atmosphärisch dichte Bilder- und Erzählwelt entstehen, die für Kinder ab 5 Jahren geeignet ist. Die Uraufführung ist am 14. Oktober im Theater Unten.

Im Liederabend „Istanbul“ dreht die junge türkischstämmige Regisseurin Selen Kara die Perspektive auf die Situation von Auswanderern um, die in einem fremden Land anzukommen versuchen. Der Abend verlegt das Wirtschaftswunder kurzerhand in die Türkei, das zum Sehnsuchtsland für die vom Krieg ausgezehrten Deutschen wird. Und so erlebt der Prototyp des Deutschen, Klaus Gruber (Roland Riebeling), dort all die Schwierigkeiten, die schon die Großväter von Selen Kara bei ihrer Einreise nach Deutschland hatten, am eigenen Leib mit. Torsten Kindermann, dem (Bochumer) Publikum u. a. durch seine Bearbeitung der Grönemeyer-Songs in „Bochum“ bekannt ist, arrangiert für „Istanbul“ die Lieder der Grande Dame des türkischen Pop, Sezen Aksu, neu. Die deutschen Schauspieler des Ensembles lernen eigens dafür in türkischer Sprache zu singen. Der Abend ist zugleich eine Hommage an die vielen türkischen Gastarbeiter, die dem Ruhrgebiet in den 1960er Jahren zum Aufschwung verholfen haben. Die Premiere ist am 20. Oktober in den Kammerspielen.

Nach „Drei Männer im Schnee“, „Monty Python's Spamalot“ und „Weekend im Paradies“ inszeniert Christian Brey in dieser Saison mit „Der Mann ohne Vergangenheit“ Aki Kaurismäkis farbenfrohsten und hoffnungsvollsten Film auf der Schauspielhaus-Bühne. In der vielfach ausgezeichneten Filmvorlage, die von der Kritik als „Ballade über Solidarität“ beschrieben wird, entfaltet sich eine melancholisch-schöne Geschichte über Güte und Mitmenschlichkeit unter den Ärmsten der Armen. In der Rolle des „M“ wird Michael Kamp zu sehen sein, die Rolle der Heilsarmeeangestellten „Irma“ spielt Juliane Fisch. Für die finnische Atmosphäre sorgen – wie auch bei Breys letzten Arbeiten – seine Ausstatterin Anette Hachmann sowie Tobias Cosler als Musikalischer Leiter samt Band. Denn wenn es nur weniger Worte bedarf – wie es ein echter Kaurismäki verlangt – wird gesungen. Die Premiere ist am 21. Oktober.

Karsten Riedel kam am Bochumer Schauspielhaus zur Bühnenmusik und über die Bühnenmusik zur Vertonung von Gedichten, die er zu den unterschiedlichsten und berührendsten Songs verarbeitet. Mit „Der Liebe Lust, der Liebe Schmerz“ kehrt die Wattenscheider Musiklegende ans Schauspielhaus zurück. Mit Klavier, Geige, Kontrabass und Gitarre, gespielt von ihm selbst, Christoph König („Uwaga!") und Nils Imhorst, durchschreitet er sein vielfältiges lyrik-musikalisches Repertoire, das sich aus William Shakespeares Sonetten speist, ergänzt um Gedichte von Dylan Thomas und Frank Wedekind. Und bei jeder Vorstellung bekommt er textlichen und musikalischen Besuch aus dem Schauspiel-Ensemble. Zur Premiere am 31. Oktober in den Kammerspielen wird Neu-Ensemblemitglied Johanna Eiworth erwartet.

Die Eve Bar ist zurück! #placetobetween: Unter den Bühnenbrettern des Schauspielhauses entsteht für ein Jahr ein Ort, an dem sich Gegensätze aufheben und Grenzen fließend werden. Mit einem Programm aus Klub, Konzerten, Late-Night-Talks und Stegreif-Performances gibt die Eve Bar sich dem hin, was jenseits von starren Kategorien und hartgezogenen Linien liegt. Ob Bühne oder Wohnzimmer, Fremde oder Heimat, Mensch oder Alien, Birne oder Apfel, Pop oder Subkultur, gestern oder morgen, alt oder jung, Mann oder Frau, wir bleiben im Dazwischen. Wir feiern die Wiedereröffnung am 6. Oktober mit einer ersten Klubnacht. Kurator und Produktionsleiter der Eve Bar ist Tobias Malcharzik, der seit Spielzeitbeginn zum Team von Intendant Olaf Kröck gehört.

Herzliche Grüße

Christine Hoenmanns

31.08.2017

Pressebrief September 2017

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
zum Saisonbeginn 2017/2018 laden wir Sie herzlich ein. Die Intendanz von Olaf Kröck am Schauspielhaus Bochum startet mit einem langen Premierenwochenende vom 21. bis zum 23. September 2017:
 
Wir eröffnen die Spielzeit mit einer neuen Produktion von Hermann Schmidt-Rahmer. Nach „Die Schutzbefohlenen / Appendix / Coda / Epilog auf dem Boden“ überschreibt er dieses Mal, ähnlich wie bei „Gespenster des Kapitals", einen Theatertext für die Gegenwart. Bei ihm wird Henrik Ibsens Drama „Ein Volksfeind“ über ein verseuchtes Kurbad zum zeitgenössischen Lehrstück über die Erosion des demokratischen Diskurses im 21. Jahrhundert: „Volksverräter!!“ ist der Titel. Denn ersetzt man „Volksfeind“ durch das Unwort des Jahres 2016, finden wir uns in einem aufgeheizten Aufmarsch „besorgter Bürger“ wieder. Denken wir über Ibsens Fragestellungen weiter nach, landen wir aber auch unmittelbar bei Donald Trump. Im Bochumer „Volksverräter!!" steht nicht mehr nur das Wohl einer kleinen Gemeinschaft auf dem Spiel und ein idealistischer Wahrheitskämpfer gleitet in totalitäre Töne ab. Es geht um nichts weniger als die Frage, wie die Demokratie die Komplexität der Spätmoderne bewältigen kann im Angesicht der Vereinfachungssehnsucht, die der Populismus repräsentiert. Als Badearzt Stockmann ist Roland Riebeling zu sehen und aus Bürgermeister Peter Stockmann wird Bürgermeisterin Petra, gespielt von Veronika Nickl. Die Premiere ist am 21. September im Schauspielhaus.
 
Was war zuerst da, die Gesellschaft oder die Familie? Autorin Laura Naumann, Regisseurin Anna Fries und Schauspieler-innen und Schauspieler des Ensembles haben sich bei Bochumer Familien zum Abendessen eingeladen. Aus dem, was sie dort erlebt haben, hat Laura Naumann ein neues Stück geschrieben: „Wir müssen reden“. Anna Fries entwickelt eine Inszenierung um die Familie als „Staat im Kleinformat“ und den Abendbrottisch als Zentrum des Universums. Denn hier spielen sich die schönen, die schmerzhaften, die scheinbar banalen und doch einzigartigen Momente des Familienlebens ab, die jeden Menschen prägen und für die Gesellschaft formen. Die Uraufführung mit Therese Dörr, Lisa Jopt, Anke Zillich, Günter Alt und Jana Deppe zeigen wir am 22. September im Theater Unten.
 
Das Völkerrecht beugen zur Sicherung der Macht? Dem brüllenden Volk nachgeben und durch Gewalt Stärke beweisen? Die eigene Verwandte hinrichten lassen, um den Thron nicht zu gefährden? Heike M. Götze inszeniert als Eröffnung in den Kammerspielen Friedrich Schillers „Maria Stuart“ mit Bettina Engelhardt (Elisabeth) und Johanna Eiworth (Maria) in den Hauptrollen. Dabei liefern sich Maria und Elisabeth ein intensives Intrigenspiel zweier mächtiger Frauen in einer Welt aus Männern, die Berater und Liebhaber, Verräter und Attentäter gebiert. Die eine gefangen im Kerker, die andere in politischen Zwängen und übermenschlichen Erwartungen. So sind in der Inszenierung von Heike M. Götze nicht nur Thron und Lebensglück Fixpunkte des Handelns, sondern vor allem der eigene Mythos, der in die Geschichte eingehen wird. Die Premiere ist am 23. September.
 
Lassen Sie uns gern wissen, ob Sie zu unseren Premieren kommen. Wir würden uns freuen, Sie begrüßen zu dürfen.
 
Herzliche Grüße

Christine Hoenmanns

Aktuelle Pressefotos

Premiere am 23. September 2017
Uraufführung am 22. September 2017
Premiere am 21. September 2017

Spielzeitbroschüre 2017/2018

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