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Kontakt
Christine Hoenmanns
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0234 / 33 33 55 23
Fax: 0234 / 33 33 54 37
E-Mail: christine.hoenmanns@schauspielhausbochum.de

Schauspielhaus Bochum
Königsallee 15
44789 Bochum
03.01.2018

Pressebrief Februar 2018

Sehr geehrte Damen und Herren,

unsere diesjährige Koproduktion mit dem Studiengang Schauspiel der Folkwang Universität der Künste ist Ödön von Horváths „Jugend ohne Gottin der Regie von Martina van Boxen. Am Beispiel einer namenlos gewordenen Generation Jugendlicher zeichnete Horváth 1937 den Verlust von autonomem Denken auf. Wo Horváth über die Innensicht des Lehrers Mechanismen andeutet und Hinweise für die systematische Einengung liefert, knüpft in Martina van Boxens Inszenierung der Choreograf Arthur Schopa mit gestischem Material an und überträgt Beschreibungen von Gefühlen und Beobachtungen wie auch strukturelle Vorgänge in Bewegungselemente und -bilder. Live-Musik und Sound erarbeitet Manuel Loos gemeinsam mit dem Ensemble. Das Klangbild bewegt sich hierbei von Soundscapes, die die Handlung unermüdlich vorantreiben, bis hin zu Zitaten aus Jazz und Swing, welche eine Brücke zwischen der Entstehungszeit des Textes, den Orten der Handlung zu Horváths Zeiten und der gegenwärtigen Bühnensituation bilden. Die Premiere ist am 2. Februar in den Kammerspielen.

Ende gut, alles gut ist ein Geheimtipp unter Shakespeares Werken, das aufgrund seiner unkonventionellen Geschlechterrollen selten gespielt wird. Vor dem Hintergrund der aktuellen #MeToo-Debatte dreht Regisseur Robert Schuster in seiner Inszenierung die Geschlechter zweifach um und offenbart so ihre kulturelle Gemachtheit: Aus weiblichen Figuren werden Männer, die wiederum von Schauspielerinnen verkörpert werden. So provoziert die Inszenierung die Fragen: Wie stark halten uns Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit in ihrem Griff, wenn wir auf die Handlungen eines Menschen blicken? Bewerten wir das Verhalten eines Menschen seinem/ihrem biologischen Geschlecht entsprechend? Kann es gelingen, dass Geschlecht irgendwann keine Rolle mehr spielt? In einer Zeit in der tagtäglich über diskriminierende Sprache und Darstellungen debattiert wird – in der die neue Zensur moralisch aber zu schlagkräftig ist, um ignoriert werden zu dürfen – kokettiert die Inszenierung bewusst mit politischer Unkorrektheit. Denn was könnte uns mehr über unsere Gesellschaft verraten als die Frage, warum manche Zuschreibungen ein Lachen und andere einen Aufschrei auslösen. Die Premiere ist am 3. Februar im Schauspielhaus.

FürTräum weiter kommt in den Kammerspielen eine ganz besondere Besetzung zusammen, um das erste Bühnenstück der Drehbuchautorin Nesrin Şamdereli („Almanya – Willkommen in Deutschland“), ein Auftragswerk für das Bochumer Schauspielhaus, zur Uraufführung zu bringen. Zum Bochumer Ensemble stoßen dabei u. a. Vedat Erincin, der in „Almanya“ den Großvater Hüseyin spielte, und Almila Bagriacik, die neue Kieler Tatort-Kommissarin, in der Rolle der Nil, einer Koma-patientin, um die sich nicht nur ihre auseinandergedriftete türkisch-griechisch-deutsche Familie versammelt, sondern auch ihre Ex-Freundin und andere (ehemals) nahe Menschen. Diese Komödie der Zwischenzustände unter Kulturen, Generationen, Geschlechtern, Sexualitäten und zwischen Leben und Tod wird von Selen Kara in Szene gesetzt, deren Inszenierung des Liederabends „Istanbul“ zurzeit sehr erfolgreich am Schauspielhaus zu sehen ist. Die Uraufführung von „Träum weiter“ ist am 24. Februar.

Herzliche Grüße

Christine Hoenmanns

04.12.2017

Pressebrief Januar 2018

Sehr geehrte Damen und Herren,

als erste Premiere im neuen Jahr zeigen wir Jean-Paul Sartres „Geschlossene Gesellschaft. Sartres moderner Klassiker seziert die Handlungsoptionen des Menschen angesichts seiner existenziellen Freiheit. Das Individuum wird ver- und beurteilt nach seinen Taten. Schuld und Bestrafung ergeben sich daraus, wie es sein Leben lebt, unentrinnbar der Bewertung durch andere. In Zeiten von Digitalisierung und virtuellen Räumen ergibt sich eine neue Perspektive auf das Lehrstück: Wie gnadenlos ist die berühmte „Hölle“ der anderen, wenn Handlung nicht real erlebt, sondern sozial bemessen wird? In der Debüt-Inszenierung von Frederick Krieger spielen Johanna Eiworth, Matthias Eberle und Simin Soraya. Die Premiere ist am 25. Januar im Theater Unten.

Einar Schleefs „Gertrud präsentieren wir als Bochumer Premiere am 26. Januar in den Kammerspielen. Die Inszenierung von Jakob Fedler mit den Schauspielern Antonia Bill, Wolfram Koch und Almut Zilcher ist eine Koproduktion mit dem Deutschen Theater Berlin (Premiere in Berlin am 15. Dezember). Einar Schleefs Roman ist ein eigenwilliger, sprunghafter, eigensinnig preisgebender Erzählsturm. Schleef schrieb den fiktionalen Monolog seiner Mutter Gertrud, einer Näherin, als ein schroffes und wütendes, sehnsüchtiges und gieriges sich Mitteilen einer „anständigen Frau“. Mit dem Hintergrund der Industrie- und Bergbaustadt Sangerhausen verweist Schleef zugleich auf die Zerrüttung der Verheißungen des industriellen Zeitalters und dessen proletarischer Milieus, auf kleinbürgerlichen Überlebenszwang und das beständige Ausbleiben der Zukunft. 2015 erarbeitete Jakob Fedler bereits mit Roland Koch Schleefs „Der Tod des Lehrers“; die Inszenierung war in Bochum und u. a. an der Berliner Volksbühne und am Staatsschauspiel Hannover zu sehen.

Vorschau: Die nächsten Premieren sind am 2. und 3. Februar 2018. Unsere diesjährige Koproduktion mit dem Studiengang Schauspiel der Folkwang Universität der Künste ist Horváths „Jugend ohne Gott“ in der Regie von Martina van Boxen (2.2.2018, Kammerspiele). Robert Schuster inszeniert Shakespeares „Ende gut, alles gut“. Die Premiere ist am 3. Februar 2018 auf der Schauspielhaus-Bühne. Weitere Infos dazu folgen im Februar-Pressebrief.

Herzliche Grüße

Christine Hoenmanns

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BO Premiere am 26. Januar 2018

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